Was ist Riversurfing?

Riversurfing ist das Wellenreiten auf einer stehenden Welle, die sich im Unterschied zum Meer konstant an einer Stelle befindet und permanent läuft. Die Welle entsteht durch schnell fließendes Wasser, das über einen Widerstand am Boden strömt. Wenn die Parameter Fließgeschwindigkeit, Höhenunterschied und Wassermenge ideal zusammenpassen, bildet sich eine sog. grüne und damit gut surfbare Welle.  Der Unterschied zum Surfen im Meer besteht vor allem darin, dass beim Riversurfen das Wasser von vorne kommt und unter dem Surfer durchfließt. Außerdem entfällt das zeitraubende und anstrengende Rauspaddeln ins Line Up. Die Übungsmöglichkeit an einer Flusswelle ist ideal, da sich die Welle nicht fortbewegt, eine konstante Form und Stärke hat und dem Surfer genug Zeit zum Trainieren lässt. Außerdem entfällt der Take Off (= das Aufstehen auf dem Board), da das Einsteigen auf die Welle aus dem Sitzen erfolgen kann.

Entstehung des Riversurfens

FLOSSLÄNDE
In den 70er Jahren haben sich ein paar begeisterte Münchner Surfer die Zeit mit Isarbrettlfahren an der Floßlände in Thalkirchen, München, vertrieben. Dabei machten sie eines Tages die Entdeckung, dass sie von der Welle auch ohne Seil getragen wurden. Ab da wurde dort ohne Seil gesurft und mit selbst gebauten Brettern experimentiert. Das Riversurfen war geboren.
Die Floßlände ist noch heute die ideale Anfängerwelle für Einsteiger. Die Welle läuft in der Regel vom 1. Mai bis Mitte Oktober. Aufgrund schwankender Wassermenge variiert leider die Qualität der Welle stark. Hier kämpfen Münchner Surfer und die IGSM seit Jahren für bessere Bedingungen (IGSM = Interessengemeinschaft für Surfen in München: http://www.igsm.info).

EISBACH
Die ersten Surfversuche am Eisbach fanden in den 80-er Jahren statt. Allerdings war die Welle zunächst nicht sehr beständig und voller Weißwasser. Mit einigen baulichen Veränderungen wurde die Qualität enorm verbessert und eine konstante, gut surfbare Welle geschaffen. Seitdem wird am Eisbach das ganze Jahr über gesurft.
Lange war das Surfen am Eisbach verboten und wurde von der Stadtverwaltung lediglich geduldet. Im Jahr 2012 drohte der Welle das endgültige Aus. Die Münchner Surfszene organisierte sich und kämpfte für den Erhalt der Welle. Schließlich hat sich Oberbürgermeister Ude eingeschaltet und einen Grundstückstausch mit der bayer. Schlösser- und Seenverwaltung erreicht. Seitdem gehört das Areal am Eisbach der Stadt München und das Surfen ist dort für geübte Surfer erlaubt. Für Surfanfänger ohne jegliche Flusserfahrung ist diese Welle nicht geeignet.
Der Eisbach hat sich im Laufe der Jahre zu einer der beliebtesten Touristenattraktionen Münchens entwickelt. Im Sommer werden bis zu 2000 Zuschauer täglich gezählt. In jedem Münchner Reiseführer wird der Eisbach erwähnt und viele Stadtführungen machen einen Stop an der weltberühmten Welle. Unter Surfern ist der Eisbach aufgrund seiner Einzigartigkeit und guten Qualität weltweit bekannt.

Riversurfing heute

Über den Eisbach ist das Riversurfen weltweit bekannt geworden und hat in vielen anderen Städten und Ländern Surfer dazu inspiriert, sich vor Ort auf die Suche nach Flusswellen zu machen. Wer weit weg vom Meer lebt und die Leidenschaft für das Surfen entdeckt hat, träumt von einer ganzjährig befahrbaren Welle wie dem Eisbach in der Heimatstadt.
In Deutschland, Schweiz, Österreich, Canada, USA und weiteren Ländern sind einige natürliche Flusswellen bekannt, die bei idealem Wasserstand surfbar sind. Oft laufen diese Wellen aber nur einige Tage im Jahr.
Die ersten künstlich geschaffenen  „Flusswellen“ wurden am Almkanal in Salzburg und in Tschechien, gebaut.
Am Münchner Flughafen wird seit einigen Jahren für ein paar Wochen eine stationäre Welle, die durch Pumpen erzeugt wird, in einem Becken aufgebaut. Diese mobile Welle wurde von Rainer Klimaschewski nach dem Vorbild des Eisbachs konstruiert. Viele international bekannte Surfgrößen sind diese Welle schon gefahren (Rob Machado, Marlon Lipke, Sebastian Steudtner, …). Höhepunkt dieses Events ist die jährlich stattfindende Europameisterschaft im „Stationary Wave Riding“.
Das Riversurfen erlebt seit den letzten Jahren einen enormen Boom, wird weltweit immer bekannter und ist auf dem Weg, eine neue Trendsportart zu werden.

Bei den olympischen Spielen 2020 in Tokyo wird Surfen zum ersten Mal als olympische Disziplin ausgetragen. Eine Flusswelle stellt für Sportler eine ideale Trainingsmöglichkeit dar, da Manöver auf einer konstanten Welle ideal eingeübt werden können. 

Andere Wellenprojekte

Es gibt inzwischen zahlreiche Initiativen, die sich zum Ziel gesetzt haben, in ihrer Stadt eine Flusswelle zu errichten. In Deutschland, in der Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich, Kanada und vielen anderen Ländern träumen Surfer von einer Welle vor der Haustüre.
Bei drei Flusswellenforen, die unter der Schirmherrschaft der  Bayer. Ingenieurekammer Bau stattgefunden haben, hat ein interessanter Informationsfluss und eine Vernetzung vieler Initiativen stattgefunden. Es kommen ständig neue Wellenprojekte dazu, die sich für eine Welle in ihrer Stadt einsetzen. In einigen Jahren könnte das Riversurfen in vielen dieser Städten möglich sein und zum normalen Stadtbild gehören.

Einige der bekanntesten Wellenprojekte:

in Deutschland:
Nürnberg: Dauerwelle: www.nuernberger-dauerwelle.de   Facebook: www.facebook.com/nuernberger.dauerwelle
Hannover: Leinewelle:  www.leinewelle.de   Facebook: www.facebook.com/Leinewelle
Bad Reichenhall: Saalachwelle: www.facebook.com/DieSaalachwelle                                           Blackforestwave:  www.facebook.com/blackforestwave/?fref=ts                                                                        Passau: Eine Welle für Passau:  Facebook: www.facebook.com/WellePassau

in der Schweiz
Limmatwave: www.limmatwave.ch   Facebook: www.facebook.com/verein.stehendewelle
Luzern: www.flusswelle.lu    Facebook: www.fb.com/flusswelleLuzern
Bern: www.flusswelle.be   Facebook: www.facebook.com/Flusswelle-Bern

in Österreich:
Rivermates Surfclub Salzkammergut: Facebook: www.facebook.com/groups/476167069165711/?fref=ts
Steyr: www.facebook.comwir

in Italien:
Surfwelle Brixen: www.facebook.com/SurfwelleBrixen

Kanada:
Surf Anywhere, Calgary
mehrere Projekte in Kananaskis Albert, Bow River in Calgary, Alberta: www.surfanywhere.ca   
 Facebook: www.facebook.com/surfanywhereprojectriversurfing.ca